Paddeltouren in Schweden

Touring Paddling in Sweden

Unsere lange Küstenlinie beherbergt einzigartige Archipele.

Wir Schweden haben Glück. Wir verfügen über eine sehr lange Küste – im Süden, Osten und Westen. Der gesamte Küstenabschnitt von Svinesund an der norwegischen Grenze bis Haparanda an der finnischen Grenze ist etwa 2.500 km lang. Rechnet man alle Buchten und Landzungen hinzu, vervielfacht sich die Entfernung. Entlang dieser Küste finden sich einige der größten und malerischsten Schären der Welt. Abgesehen von Teilen der Stockholmer und Göteborger Schären sind große Gebiete noch unberührt und für Besucher zugänglich. Wenn man den Juli meidet, kann man sich erstaunlich ungestört bewegen. Und mit dem Kajak erreicht man im Prinzip alle Teile unserer Küste und unserer Schären.

Das Kajak ist ein hervorragendes Reisemittel.

Das Kajak hat seinen Ursprung in Grönland. Bereits im 11. Jahrhundert, zur Zeit der Wikinger, nutzten grönländische Jäger das Kajak, und es ist bis heute für das Überleben in Grönland unerlässlich. Das erste dokumentierte schwedische Kajak wurde 1882 von Carl Smith gebaut. Kanufahren hat somit eine lange Tradition in unserem Land, nicht zuletzt dank zahlreicher internationaler Erfolge bei Wettkämpfen. Das Interesse hat sich im Laufe der Zeit erweitert, sodass das Tourenpaddeln immer mehr Anhänger findet. Tourenpaddeln bedeutet, mit dem Kajak zu reisen, einschließlich Kanu In ruhigen Gewässern, um die Natur zu erleben, sei es auf einem kurzen Tagesausflug oder einer mehrtägigen Reise mit Übernachtungen im Zelt in der freien Natur. Unser einzigartiges Recht auf öffentlichen Zugang ermöglicht uns großartige Reisen entlang unserer Küsten, verpflichtet aber auch jeden Einzelnen dazu, das damit verbundene Vertrauen nicht zu missbrauchen.

Planen Sie Ihre Reise

Planen Sie Ihre Reise im Voraus. Werden Sie Ihr eigenes Kajak benutzen oder eines mieten? Mieten ist eine gute Option Falls Sie kein eigenes Kajak besitzen: Entlang unserer Küsten und an den großen Seen gibt es zahlreiche Kanuverleihe, die Ihnen die passende Ausrüstung bereitstellen und Tipps zu Routen, Rastplätzen und Übernachtungsmöglichkeiten geben. Wenn Sie nicht zum Ausgangspunkt zurückkehren, sollten Sie nach Möglichkeit eine Abholung organisieren. Falls Sie ein eigenes Kajak besitzen, müssen Sie gegebenenfalls den Rücktransport selbst organisieren. Wie sieht die Wettervorhersage für Ihre geplante Tour aus? Das Wetter, insbesondere der Wind, ist entscheidend für den Erfolg und die Durchführbarkeit der Tour.

Ein paar gute Ratschläge

Wenn Sie beispielsweise eine Paddeltour über ein Wochenende planen, sollten Sie Folgendes beachten:

  • Sie sollten sich mit dem Kajak, das Sie benutzen möchten, wohlfühlen und sicher darin sein. Wenn Sie ein Kajak mieten, das Sie noch nicht kennen, probieren Sie es vorher aus. Falls Sie unerfahren sind, wählen Sie ein stabiles Kajak.
  • Sie müssen von Anfang an bequem darin sitzen. Sitz und Rückenlehne lassen sich auf dem Wasser nur schwer verstellen. Sollten Ihre Füße taub werden, kann ein Sitzkissen Abhilfe schaffen. Taubheitsgefühle in den Fingern lassen sich vermeiden, indem Sie diese während des Paddelns regelmäßig strecken. Rückenlehne und Ruder sollten an Land eingestellt werden.
  • Stellen Sie sicher, dass Sie oder jemand aus Ihrer Gruppe (falls Sie in einer größeren Gruppe reisen) eine Karte des Gebiets dabei hat. Bringen Sie idealerweise auch einen Kompass mit, mit dem Sie umgehen können. Wenn Sie ihn nicht bedienen können, nützt er Ihnen nichts. Behalten Sie Ihre Position auf der Karte stets im Auge.
  • Bringen Sie die richtige Ausrüstung mit. Achten Sie darauf, trockene Wechselkleidung dabei zu haben. Paddeln Sie ein Kajak Sie werden immer nass. Sobald Sie an Land gehen, ziehen Sie sich trockene Kleidung an. Eine winddichte Jacke und ein Hut mit breiter Krempe als Sonnenschutz sind wichtig. Nehmen Sie ausreichend Trinkwasser mit; im Archipel ist Trinkwasser oft knapp. Trinken Sie während der gesamten Reise regelmäßig. Wenn Sie zelten, sind Kuppelzelte vorzuziehen, da sie nicht am Boden verankert werden müssen. Achten Sie jedoch darauf, schwere Gegenstände hineinzulegen oder das Zelt nach Möglichkeit mit Seilen zu befestigen, damit es nicht wegweht, wenn sich niemand darin befindet.
  • Wenn Sie während der Bootssaison im Archipel paddeln, sollten Sie aus Sicherheitsgründen markierte Schifffahrtswege möglichst meiden. Der Schiffsverkehr ist hier oft stark, und Kajaks sind schwer zu erkennen. Falls Sie einen Schifffahrtsweg befahren müssen, halten Sie sich unbedingt knapp außerhalb des Fahrwegs.
  • Tourenkajaks sind für die Beladung ausgelegt. Das Gepäck senkt den Schwerpunkt, wodurch das Kajak stabiler wird und ruhiger durchs Wasser gleitet. Packen Sie so, dass das, was Sie abends zuerst benötigen, möglichst weit hinten im Kajak liegt und das, was Sie tagsüber brauchen, leichter zugänglich ist. Dinge, die Sie während des Paddelns benötigen, wie Trinkwasser, Regenkleidung, Mütze, Snacks und Obst, sollten im Cockpit griffbereit sein. Auf dem Achterdeck können Sie eine zusätzliche wasserdichte Tasche mit Wechselkleidung, einem Ersatzpaddel und Rettungsausrüstung wie einer Pumpe und gegebenenfalls einem Paddelfloat anbringen. Alles sollte sicher an den Deckleinen befestigt werden. Allerdings erschweren sperrige Gegenstände auf dem Achterdeck den Wiedereinstieg nach einer Kenterung und können Wind und Wellen fangen, was die Stabilität des Kajaks, insbesondere bei schlechtem Wetter, beeinträchtigt.
  • Befestigen Sie eine Leine zwischen Paddel und Kajak. Sollten Sie das Paddel aus irgendeinem Grund verlieren, ziehen Sie einfach an der Leine und haben es wieder. Andernfalls treibt das Paddel leicht außer Reichweite. Ohne Paddel befinden Sie sich in ernsthaften Schwierigkeiten.
  • Die Halteschlaufe an der Spritzdecke sollte nach außen zeigen, damit man sie im Falle einer Kenterung leicht greifen kann.

Recht auf öffentlichen Zugang und Verantwortung im Freien

Unser einzigartiges öffentliches Zugangsrecht ermöglicht Ihnen den Zugang zu nahezu allen schwedischen Gewässern. Sie können an Land gehen, sich ausruhen, schwimmen und übernachten, solange Sie die Natur nicht stören oder beschädigen. Dieses besondere Recht erfordert Verantwortungsbewusstsein, Rücksichtnahme und gutes Urteilsvermögen. Nicht stören, nicht zerstören sind die Leitprinzipien.

Achten Sie auf das Verhalten der Vögel. Vermeiden Sie es, sich in der Nähe ihrer Nester auszuruhen oder zu lagern. Vogelschutzgebiete stehen zu bestimmten Zeiten unter Schutz. Während dieser Zeiten ist es verboten, dort an Land zu gehen, teilweise sogar, sich ihnen zu sehr zu nähern. Die Farbe der Schilder zeigt an, welche Regelungen gelten. Die Schutzzeiten können je nach Ort variieren. In einigen Gebieten, beispielsweise in bestimmten Naturschutzgebieten, kann das öffentliche Zugangsrecht eingeschränkt sein. Andere Naturschutzgebiete sind speziell für Freizeitaktivitäten im Freien ausgewiesen, in denen Übernachtungen erlaubt sind. Die jeweils geltenden Regelungen sind auf Schildern angegeben. Weitere Informationen finden Sie auch auf der Website der zuständigen Kreisverwaltung.

Grundsätzlich ist es erlaubt, für eine Nacht zu zelten, solange man die Anwohner nicht stört oder den Boden beschädigt. Befinden sich Häuser in der Nähe, sollte man vorher um Erlaubnis fragen, insbesondere wenn man in einer Gruppe reist. In Naturschutzgebieten ist das Zelten in der Regel für zwei Nächte erlaubt, sofern nichts anderes angegeben ist. Bitte beachten Sie die Hinweisschilder. Toiletten sollten vorzugsweise auf dem Campingplatz benutzt werden, sofern vorhanden. Andernfalls graben Sie ein Loch und bedecken Sie es gründlich. Nehmen Sie alles mit, was Sie zum Verrichten Ihrer Notdurft benötigen. Nehmen Sie Ihren Müll bitte mit. Idealerweise sollte nach Ihrem Aufenthalt nicht mehr erkennbar sein, dass Sie zu Gast waren. Stellen Sie lose Müllsäcke nicht neben Mülleimer, da Tiere den Inhalt sonst verteilen. Im Sommer gelten oft Feuerverbote; ansonsten sind Feuer mit größter Vorsicht erlaubt. Kleine Campingkocher sind jederzeit gestattet. Löschen Sie jedes Feuer gründlich und entzünden Sie es niemals direkt auf Felsen. Bei der Anreise über Land ist das Überqueren von Privatgrundstücken oder schutzbedürftigen Gebieten verboten. Angeln mit Rute und Handangel ist an der Ostseeküste generell erlaubt.

Turpaddling

Mit einem Kuppelzelt kann man problemlos auf einem glatten Felsvorsprung am Wasser übernachten.